pflegeheim kühnsdorf, A, geladener wettbewerb, ankauf

Städtebauliche Konzeption Durch die Unterschiedlichkeit der Funktionen des Pflegeheimes und des Versorgungszentrums wurde eine klare Trennung der Baukörper mit einem ausreichenden Abstand dazwischen angestrebt. Durch die Situierung des Pflegeheims als Kopf der gesamtanlage kommt es zu einer eindeutigen Orientierung für Besucher.. Die Zufahrt erfolgt von Norden. Hier befindet sich auch der Besucherparkplatz. Aufgrund der Erweiterungsmöglichkeit befindet sich der Haupteingang im Westen. Über die Nebenstrasse ist eine Zufahrtsmöglichkeit für Rettung und Anlieferung gegeben. Das Versorgungszentrum ist durch einen U- förmigen Verladehof charakterisiert, diese Typologie schützt die Bewohner des Pflegeheims optimal vor den lärmintensiven Verladearbeiten des Versorgungszentrums. Die PKW Plätze für das Personal sind dem Verladehof vorgelagert. Ein überdeckter Zugang im Norden entlang der Halle führt direkt in den Personaltrakt. Pflegeheim und Versorgungsgebäude sind durch einen eingeschoßigen Verbindungsgang miteinender verbunden, ein großzügiger Durchgang in West- Ostrichtung ist gegeben. Wichtig erscheint die Möglichkeit der uneingeschränkten Nutzung des Grundstücks für die Bewohner. Dies geschieht auch durch die Anlage eines großzügigen Rundgangs um das Heim. Gartenkonzept: Innen und Außen Wasser, Blumen und Gräser, Obst und Gemüse, Bewegung, Licht und Schatten sind die fünf Grundthemen, die in den Außenanlagen erlebbar werden. Erinnerungen werden wachgerufen durch das Plätschern des Brunnens, den Duft der Sommerblumen, die Arbeit im Gemüsegarten oder das Pflücken eines Apfels von der Obstbaumwiese. Bewegung und Therapie ermöglicht der schmale östliche Gartenbereich. Die große Terrasse mit integriertem Kneippbecken bietet Gelegenheit zur Therapie im Freien, der Wegebelag kann hier für sensorische Übungen differenziert ausgebildet werden. Schattige und sonnige Aufenthaltsbereiche im Freien, bunte Blumen und frische Gräser, einen „Hausgarten“ und eine Obstwiese – so vielfältig ist das Angebot entlang eines Weges, der rund um das Gebäude führt. Innen und Außen, Aufenthaltsräume, Höfe und Garten werden durch Terrassen und Wege funktionell und gestalterisch miteinander verbunden. Baukünstlerische Konzeption Das Pflegeheim wurde um zwei Höfe entwickelt, welche mit den zentralen Einrichtungen wie den Kommunikationsräumen, dem Schwesternstützpunkt, dem Hauptstiegenhaus und dem Haupteingang das Herz des Gebäudes bilden. Um diese zentralen Einrichtungen herum sind sämtliche Bewohnerzimmer nach Aussen orientiert angeordnet. Die Zone zwischen Zimmertür und der verglasten Hoffassaden bieten zahlreiche Verweilmöglichkeiten für Bewohner und Besuchern. Neben den zwei Kommunikationsräumen im Zentrum bieten verschiedene Aufenthaltsräume auch in Verbindung mit Terrassen intime Kommunikationsräume. Sämtliche Zimmer sind baugleich und bieten unterschiedlichste Stellmöglichkeiten für das Pflegebett, sowohl in Längs- als auch in Querrichtung. Ein durchgehendes Oberlicht garantiert eine gleichmäßige Ausleuchtung des Raumes, ein fränzösisches Fenster garantiert den Blick nach Aussen aus unterschiedlichen Aughöhen. Ein durchgehedes Vordach und ein fixer Sonnenschutz (sowohl im Obergeschoss als auch im Untergeschoss ) bilden vor den Zimmern einen dem Zimmer vorgelagerten privaten Raum. Im Erdgeschoss sind den Zimmern zusätzlich kleine private Terrasse vorgelagert. Funktionelle Konzeption Pflegeheim: Sämtliche Zimmer sind an der Aussenfassade und um die zentralen Funktionen gereiht. Die zentralen Funktionen sind die Kommunikationsräume, die Erschliessung, die Nebenräume und die beiden Höfe. Außerdem sind die Schwesternstützpunkte zentral an der Hauptstiege gelegen und bieten durch die Transparenz der Mittelzonen auch Durchblick bis zu den, dem Hof gegenüberliegenden, Gangzonen. Die Höfe sind geschützter Aussenbereich und dienen als zusätzliche Terrasse und Garten für die Bewohner. Der südliche Hof ist mittels eines Holzbelages befestigt und auch für Gehbehinderte gut nutzbar, der nördliche Hof ist als begehbarer Garten konzipiert. Die Höfe können mittels eines horizontalen Markise beschattet werden. Das Zentrallager ist im Keller situiert, um einen zusätzlichen Lift (im Versorgungsgebäude) zu vermeiden. Die Erweiterung ist mit jeweils 10 zusätzlichen Zimmern je Geschoss an der Nordseite konzipiert. Durch die Erweiterung würde sich der nördliche Hof schliessen, ohne Erweiterung ist dieser durch eine Brücke im Obergeschoss umrundbar. Brandschutzkonzept Der gesicherte Fluchtweg aus dem Obergeschoss ist durch die zwei im Norden und im Süden gelegenen Stiegenhäuser gegeben. Außerdem dient das Hauptstiegenhaus als zusätzlicher Fluchtweg. Dieser zentrale über zwei Geschosse offene Raum ist ein Brandabschnitt. Die weiteren Brandabschnitte sind im Schema dargestellt. Versorgungszentrum: Das Versorgungszentrum gliedert sich in ein höheres Gebäude für die Wäscherei, die Entsorgung und die Zentralküche und in einen niedrigeren Garderobentrakt. Über der Garderobe sind ein Technikraum und bei Bedarf die Sonnenkollektoren situiert. Die Einbringung von Geräten für zukünftige Reparaturarbeiten wird dadurch von Aussen leicht möglich. Sämtliche Anlieferungen und Ablieferungen passieren über den Verladehof. Die überdachte Verladerampe garantiert einen schnellen und reibungslosen Ablauf, ein Scherenhubtisch ermöglicht zusätzlich die Verladung auf Hofniveau (-1,2m). Konstruktion und Material
Pflegeheim: Das Pflegeheim ist als Stahlbetonskelettbau konzipiert. Die Stiegen- und Liftkerne dienen als aussteifende Elemente. Der Ausbau erfolgt in Leichtbauweise. Durch diese Konstruktion können die Aussenfassaden frei gestaltet werden, außerdem ist eine hohe Flexibilität für zukünftige Grundrissveränderungen gegeben. Die Aussenwände sind als Holzständerwand mit hinterlüfteter Lärchenfassade konzipiert. Innenwände sind in Leichtbauweise, Zimmertrennwände als Wohnungstrennwände mit erhöhtem Schallschutz geplant. Versorgungszentrum: Das Versorgungszentrum ist als Stahlbetonskelettbau mittels eingespannter Stahlbetonstützen je nach stat. Erfordernis ca. 40/ 40cm und darüberliegender STB I- Träger konzipiert. Die Aussenwände sind mittels Isolierpaneelen, die Innenwände als Massivwände verputzt geplant. Der Technikraum ist als Paneelkonstruktion im Obergeschoss über den Umkleiden situiert. HKLSR- E: Grundlagen zur Systemfindung der TGA Grundsätzlich sind die beiden Baukörper hinsichtlich des Energiebedarfes zu unterscheiden. Bedingt durch die Nutzung ist ein spezifisch hoher Energiebedarf für die Küche sowie für die Wäscherei gegeben. Um hier eine hohe Energieeffizienz zu erreichen, werden für die behördlichen Be- und Entlüftungsanlage für die Küche wie auch für die Wäscherei Zu- und Abluftanlagen mit Wärmerückgewinnung eingesetzt, wobei hier bei Doppelwärmetauschern mit einem Wirkungsgrad von über 70 % zu rechnen ist. Alternativenergien: Aufgrund des hohen Warmwasserbedarfs für die Küche als auch für die Wäscherei, scheint eine Solaranlage absolut wirtschaftlich. Aufgrund der Situierung der Lüftungszentralen in den entsprechend zugeordneten Zonen wird durch kurze Leitungsführung eine Optimierung der Investitionskosten als auch ganz besonders der laufenden Betriebskosten erreicht, da die Leitungsverluste entsprechend reduziert werden. Pflegeheim: Aufgrund des gewählten kompakten Baukörpers wird die Hauptrassenführung im zentralen Kern als Vertikalführung genutzt und über den Gangbereich die horizontale Trassenführung, sodass eine möglichst kurze Leitungsführung zum Abschließen der einzelnen Einheiten gegeben ist. Die Versorgung hinsichtlich der haustechnischen Anlagen erfolgt im o.a. Zwischendeckenbereich im Gang. Ökonomisch-Ökologische Entwurfsansätze: Bedingt durch die guten bauphysikalischen Werte der eingesetzten Materialien, ist der Transmissionsanteil hinsichtlich der Energiekennzahl ein geringer. Um auch den erforderlichen Lüftungsanteil bzw. die Infiltration zu minimieren, ist eine mechanische Be- und Entlüftungsanlage vorgesehen, welche einen thermischen Wirkungsgrad von größer 90 % aufweist. Dies ist erforderlich, um eine Energiekennzahl im Bereich des Niedrigenergiehauses zu erreichen.
 
 
tip a friend - Dieses Projekt weiterempfehlen!
meine daten  
name:
e-mail:
 
an  
name:
e-mail:
 
meine nachricht  
text:
 

pflegeheim kühnsdorf, A, geladener wettbewerb, ankauf

eckdaten
märz 2009
sozialhilfeverband völkermarkt gmbH
mit balloon-rgw
modell: m. murero
  • impressum